Ich gestehe: Ich habe vor Kurzem begonnen The Elder Scrolls V: Skyrim spielen und habe seitdem schon den ein oder anderen Nachmittag in Himmelsrand verbracht. Obwohl das Game nächstes Jahr sein zehnjähriges Bestehen feiert, macht es nach wie vor Spaß. Gaming fesselt bereits seit Jahren junge und alte Spieler.

Ein Nutzer schrieb vor einiger Zeit in einem Forum, dass Gaming Dinge möglich macht, die man sonst nicht erleben könnte. Und das kann ich bestätigen. Niemals würde ich auf die Idee kommen, LKW-Fahrer zu werden oder mit einem tonnenschweren Bus durch die Straßen von Rom zu fahren. Im Simulator macht es mir irre viel Spaß. Jedes Jahr erscheint ein neuer Teil des vielfach gefeierten Landwirtschaftsimulators. Es gibt meiner Meinung nach wesentlich weniger unterhaltsame Dinge, als einem Youtuber wie HandOfBlood beim Zocken des Spiels zuzusehen.

Simulatoren sind generell schon lange nicht mehr nur etwas für Fahrzeug- oder Flugzeugfans. Der neue Flight Simulator 2020, der dieses Jahr im August erschien, hat es grafisch in sich. Damit macht er wett, was er teilweise an Realitätsnähe einbüßt, etwa bei den nur sperrlich bedienbaren Overhead-Panels in den Passagierflugzeugen. Aber das ist eine andere Geschichte.

Abseits der Simulatoren gibt es natürlich noch Spiele mit wesentlich größerem Reiz. Die Fantasy- und RPG-Spiele wie GTA V oder The Elder Scrolls V: Skyrim.

Gaming ist kein Massentrend

Ein Massentrend impliziert, dass es sich um eine Gegebenheit handelt, die nach einer Weile verschwindet, wie sie kam – nach ein paar Monaten oder Jahren. Das ist beim Thema Gaming aber nicht zu beobachten. Die derzeitige Faktenlage: Seit es technisch möglich ist, wird gezockt. Und wir wissen nicht, was noch kommt.

Fakt ist, dass durch alle Gesellschaftsschichten hinweg gezockt wird. Vor 10 Jahren waren es oft noch Offline-Spiele wie Pokémon und Mario Kart, auf dem Nintendo DS oder der Wii U. Für ältere Spieler GTA San Andreas und CS:GO. Heute geht der Trend eher in Richtung Mehrspieler, schon bei sehr jungen Spielern. Ob nun auf dem Handy oder am Computer.

Es ist der Ehrgeiz

Die Runde startet, es sieht nicht gut aus. Ich bin von Spielern umzingelt, die am selben Ort gelandet sind wie ich. Schnell schnappe ich mir eine herumliegende Pistole, drehe mich um, eliminiere gerade noch so einen Gegner, bevor er ich eine Bleikur bekomme. Ich ziehe weiter und finde ein Medipack und eine Schrotflinte. Jetzt läuft es wieder.

Sind dir beim Lesen des Absatzes gerade Situationen durch den Kopf gegangen, die du in Shootern selbst erlebt hast? Wenn ja, bist du damit nicht alleine. „Das meiste geht im Kopf ab“, weiß man an der Hochschule der Medien in Stuttgart: „Wir spielen, weil wir Menschen sind. […] Alles, was also zum Menschsein gehört, wird auch im Spiel und eben im Computerspiel ausgelebt, integriert oder dorthin übertragen.“

Ehrgeiz gehört zum Menschsein dazu und wird durch Spiele angeregt. Wenn ich einen Spieler eliminiere – und das vielleicht sogar noch sehr geschickt – löst das einen Belohnungseffekt aus und ich möchte es wieder tun. Das Ganze wird noch dadurch abgerundet, dass ich mich mit anderen Spielern messen kann.

Es geht also gar nicht um das Eliminieren per se, sondern um den Effekt des Erfolgs. Man nahm etwas, das zum früheren Menschsein dazugehört (Kämpfen, Kampf ums Überleben) und hat daraus ein Spiel gemacht.

Faktoren, die zusammenkommen

Es sind also mehrere Faktoren, die Gaming zu mehr als nur zu einem Massentrend machen. Spiele ermöglichen, was in der Realität nicht möglich ist. Im Spiel wird ausgelebt, was zum Menschsein dazu gehört und es werden teilweise Dinge aus Spielen in die Realität integriert (Transfer). Erfolgserlebnisse lösen einen Belohnungseffekt aus, der Anreiz ist, weiter zu machen. Schöne Umgebungen und fesselnde Stories verleiten dazu, der Realität zu entkommen.

Ich bin ein Fan von relativ unterschiedlichen Genres. Ein paar Runden in CS:GO gehen immer, in Fortnite ebenso und mit Freunden macht es am meisten Spaß. An Skyrim gefällt mir die extrem umfangreiche Story, das Kampfsystem und die wunderschöne Landschaft. Bei Batman Arkham City gefällt mir das düstere Setting der von Irren besetzten Stadt Arkham City. Die ersten beiden Teile Metro sind zwar relativ lineare Horror-Shooter, bieten aber enorm viel Potenzial.

Quellen:

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